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Autdoor    die einfachsten / wichtigsten Grundregeln
 

Grundsätzlich ist ein Autdoorbonsai wie andere Balkonpflanzen zu halten. Auch diese lassen Sie ja nicht austrocknen oder setzen sie unter Wasser oder verweigern ihnen die Nahrung oder liefern sie der sengenden Sonne aus.

Standort

Die Pflanzensorte selbst definiert den definitiven Standort (suchen Sie sich die notwendigen Informationen dazu z.B. im Internet). Fehlen Ihnen entsprechende Informationen so gelten die Regeln der goldenen Mitte:

Bonsai niemals ganztags der prallen Sonnenbestrahlung aussetzen aber auch nicht immer im Schatten stehen lassen. Suchen Sie für Ihre Pflanze einen zuggeschützten Ort, wobei ein bisschen Wind völlig natürlich ist. Stellen Sie Ihren kleinen Baum an einen Platz, wo Sie ihn viel sehen können und er sich „heimelig“ fühlen kann. Er will beachtet werden und spürt auch gerne Ihre Ausstrahlung. Achtung! Niemals eine Pflanze ganz direkt hinter eine Glasscheibe stellen.

Jahreszeiten

Frühling

Im Frühling mit vermehrten Düngergaben beginnen und die Blüten mit einem Ohrstäbchen „befruchten“. Halten Sie dazu mit den Fingern die Blüte am Ansatz vorsichtig fest. Drücken Sie das Ohrstäbchen leicht in den Blütenstand und machen Sie damit eine sanfte Drehbewegung. Verwenden Sie stets das gleiche Stäbchen. Wenn Sie Glück haben, verrichten Ihnen die Bienen diese Arbeit.

Sommer

Im Sommer die „giftigsten“ Sonnenbestrahlungen am frühen Nachmittag vermeiden, sie vermögen die Blätter zu verbrennen. In solch heissen Tagen die Wassergaben intensivieren.

Herbst

Im Herbst sollten Sie eventuell aufgekommene Unkräuter entfernen damit diese Ihrem Bäumchen nicht die Winterkraft stehlen. Reduzieren Sie im Spätherbst die Häufigkeit der Düngegaben.

Winter

Am Winteranfang sollten Sie unbedingt die Winterversorgung angehen. Sehen Sie dazu die spezielle Darstellung über die Vorgehendweise bei den Typs über die Wintervorbereitung! Achtung Die Bonsai ertragen durchaus grosse Kälte aber weniger permanente Sonnenbestrahlung oder eisige Biesenwinde.

Versichern Sie sich, ob Ihre Bonsaischale wintersicher ist, ansonsten müssen Sie mit Haarrissen oder gar Sprüngen rechnen. Autdoors nie in warmen Räumen überwintern, kalte Räume mit Licht sind möglich.

Umtopfen

In der Regel gilt ein Rhythmus von ca. 3 Jahren. Sind Sie sich der „Sache“ nicht genügend sicher, so kontaktieren Sie lieber eine Fachperson. Benutzen Sie auf jeden Fall immer Spezial-Bonsai-Erde und fixieren Sie die Pflanze stets mit einem Draht (durch oder über die Wurzel) an die Schale. Die unterste Schicht sollte als Drainage vorgesehen werden, also z.B. ein feines Tongranulat verwenden. Wie bei allen Pflanzen gilt es, Hohlräume zwischen den Wurzeln zu vermeiden.

Dünger

Da die Pflanze nur ein kleines Erdvolumen zur Verfügung hat, sind die Nährstoffe rasch verbraucht. Düngen Sie Ihren Bonsai deshalb ab April alle zwei Wochen und reduzieren Sie die Häufigkeit der Düngegaben im Oktober. Im tiefsten Winter ist eine Düngung nicht mehr notwendig, da die Pflanze ab Ende November für ca. 3 Monate eine Ruhepause realisiert.

Empfohlen sind stets die organischen Spezialdünger. Haben Sie sich jedoch für Kunstdünger entschieden (sind praktisch ohne Geruch), so achten Sie darauf, später mit genügend Wasser nachzugiessen um die Salze auszuschwemmen. Düngen Sie keinesfalls unter starker Sonneneinstrahlung und überschreiten Sie nie die angegebene Menge, egal ob Kunstdünger oder organischer Dünger, wobei bei organischem Dünger ein eventueller Folgeschaden gering verbleibt.

Giessen

Ist die Erdoberfläche einmal stark ausgetrocknet, so netzen Sie diese vor den Wassergaben mit einer Sprayflasche, ansonsten wird das Wasser einfach über die Oberfläche hinweg laufen. Benutzen Sie bei jeder Möglichkeit sauberes Regenwasser. Haben Sie jedoch kein Regenwasser zur Verfügung, so verwenden Sie nie direktes, kaltes Leitungswasser. Lassen Sie eine Giesskanne voll mindestens einen Tag lang stehen. Geben Sie niemals irgendwelche künstliche „Weichmacher“ bei.

Giessen Sie vorwiegend am Abend, dabei können Sie gerne auch das Laub besprayen (aber nicht triefend nass), die Pflanze wird es Ihnen mit schönem Wuchs danken. Setzen Sie Ihren Bonsai nicht einem Bewässerungs- Automatismus aus, er ist keine Wasserpflanze Prüfen Sie bei Unsicherheit mit den Fingerrücken den Gehalt der  Feuchtigkeit des Bodens, nicht jede Pflanze verbraucht gleich viel Wasser. Empfinden Sie Zweifel für die tieferen Bodenschichten, so können Sie vorsichtig ein feines, unbehandeltes Holzstäbchen in die Bonsaierde stecken. Ist dieses nach ca. 20 Min. noch nicht deutlich feucht, so ist Giessen angesagt. Verwenden Sie ein Giessgerät mit einem möglichst kleinem Wasserstrahl. So können Sie gezielter giessen und eine Oberflächen- Erosion verhindern. Achtung! Pflanzenspitzen die oftmals als dürr erscheinen aber nicht „bröseln“ können ein Indikator für zu viel Wasser sein.

Rückschnitt

Sind Sie beim Schneiden des Bäumchens unsicher, so kontaktieren Sie auch in diesem Fall eine Fachperson. Als Faustregel gilt: Einmal im Jahr einen formgebenden Winterschnitt und einmal im Jahr einen formerhaltenden Nachschnitt (gilt als Minimum).

Den Neutrieb- Wuchs können Sie auf jeden Fall selbst ausführen, es fördert zudem Ihre Beziehung zur Pflanze und ist nicht so schwierig. Hier gilt die Regel: Neutriebe jeden Monat auf zwei bis drei Blätter zurückschneiden. Verwenden Sie eine Spezialschere oder eine speziell gute Blumenschere, auf keinen Fall stumpfe Werkzeuge oder gar ein Messer. Beschnittene Äste ab 3-4 mm Durchmesser sollten mit Pflanzenwachs oder einem anderen Verschlussmaterial abgedeckt werden um eine Infektionskrankheit zu verhindern. Senkrecht nach oben wachsende Äste oder Zweige können jeweils am Astansatz geschnitten werden, Ansatz ebenfalls verschliessen.

Krankheiten/ Parasiten

 
Es existieren spezifische Parasiten und Krankheiten entsprechend  den jeweiligen Pflanzen. Informationen dazu finden Sie in der Fachliteratur oder im Internet. Werden jedoch die vorgängigen Regeln befolgt, fühlt sich Ihr Bonsai gesund und wird somit auch mit vielen Krankheiten oder Parasiten selber fertig (leider nicht immer). Reagieren Sie also nicht panisch und mit einer entsprechenden Giftkeule, kontaktieren Sie bei Unsicherheiten eine Fachperson. Entfernen Sie stets abgestorbene Pflanzenteile und Blätter um einen Pilzbefall zu reduzieren. Isolieren Sie kranke/ befallene Pflanzen bis Sie das Problem analysiert haben. Wird eine Pflanze häufig befallen, so versuchen Sie deren Standort auszuwechseln, sie fühlt sich nicht überall automatisch wohl und kann mit schwächeln reagieren was den Befall begünstigt.

Viele Krankheiten oder Pilze bedürfen der Unterstützung von chem. Mitteln, überschreiten Sie aber nie die angegebene Dosis. Arbeiten Sie wenn möglich mit speziellen Bonsai- Mitteln. Die tierischen Schädlinge können oft ohne Chemie bekämpft werden. Läuse z.B. können „abgewaschen“ werden, andere mit Schmierseife vernichtet. Milben sind da schon hartnäckiger und zudem oft beinahe unsichtbar. Bei der Spinnmilbe sind chem. Mittel unvermeidbar. Hässliches schrumpfen von Pflanzenteilen ist ein Merkmal das zum sofortigen handeln auffordert.  Aber Vorsicht auch mit Bio- Mitteln.