Moyogi-Vortrag-Kusamono von Helene Rohner vom 07. November 07
Im kleinen Kreise, aber nicht minder engagiert, fand am Mittwoch, den 07. November der angekündigte Vortrag über Kusamono von Helene Rohner statt.
Ihre mitgebrachten und auf den Fotos präsentierten Beispiele in den speziellen Schalen lassen die Betrachter die Faszination verstehen, die von Helene sichtlich gelebt wird. Der Vortrag bewies bei den Zuhörern diese Lebendigkeit und Faszination in einer leichten und gemütlichen Weise in der ausserordentlich viel Wissen verpackt war.
Es ist offensichtlich, dass ich niemals in der Lage sein werde, so viel Wissen und botanische Namen zusammenzuhalten um im nach-hinein den Vortrag 1:1 aktuarisch festhalten zu können. So werde ich also mit einigen Bemerkungen und Bildern den gelungenen Abend dokumentieren wie es mir eben möglich ist. Wer mehr über die kleine und schöne Welt von Kusamono erfahren möchte, ist gut beraten, Helene Rohner zu kontaktieren, sie freut sich darüber und bietet den Interessierten auch an, ihre wunderbaren Werke bei sich zu Hause zu zeigen, allerdings wünscht sie sich dabei eine Voranmeldung.
Vortrag von Helene Rohner
Erde, Mensch und Himmel stehen für die traditionellen drei Pflänzchen bei Kusamono. Es ist eine faszinierende Welt für sich.
Wer keine Zeit hat, sollte sich nicht für die Kunst des Kusamono entscheiden und wer damit beginnt, kann süchtig werden. In den 60er Jahren entdeckte ich die Schönheit und unbegrenzte Vielfalt der teils filigranen Grasbonsai und seitdem bin ich allmählich in diese Kunst hineingewachsen. Heute lässt es mich nicht mehr los, macht mein Leben um vieles reicher und scheint sogar die wunderbare Welt der Orchideen zu übertreffen.
Leider werden in den gängigen Gärtnereien die Angebote von speziell kleinen und feinen Pflanzen immer spärlicher und so muss ich mich immer intensiver auf die Suche machen. Trotzdem sollte man auf den Wanderungen nicht einfach etwas ausstechen und mitnehmen, das hat ja auch mit dem Respekt zur Natur zu tun.
Vieles ist erreichbar durch tauschen oder Aufzucht aus Sämlingen und bei viel Zuwendung für viele Generationen weiter gegeben und dadurch die Sorte erhalten. Es macht übrigens enormen Spass und auch etwas Stolz, wenn mal etwas eigenes von Grund auf gelingt.
Zum Einstieg und experimentieren empfiehlt es sich, mit einer Hosta zu beginnen. Sie braucht stete Feuchtigkeit, jedoch keine Nässe und liebt leicht säuerliche Erde. Ihr ärgster Feind scheinen alle Arten von Schnecken zu sein. Gute Resultate beim experimentieren birgt auch die Hauswurz in sich. Hier ist Sonnenlicht ein wichtiger Faktor, aber Vorsicht, permanente Sonneneinstrahlung kann auch zerstören.
Zur Zeit experimentiere ich mit Farn. Das ist nochmals eine eigene kleine Welt für sich. Es existieren welweit aberhunderte von Sorten aber nicht alle sind für das Kusamono geeignet, besonders jene Sorten, die in der Natur höher als Mannshoch werden. Vielmals zeigt sich der Wurzelbereich als problematisch.
Sehr vielfältig und dankbar ist auch die Vielfalt des Storchenschnabel Auch hier gibt es von Natur aus winzige Sorten. Wer sich mit dieser Pflanze echt befasst, sieht sie im Garten niemals mehr als Unkraut.
Ich freue ganz besonders mich für meinen Ceterach, ein Milzfarn. Er ist so was besonderes, dass sogar Gärtnerfachleute darob staunten. Nun bemühe ich mich und hoffe ich doch sehr, dieses faszinierende Pflänzchen weiterhin erhalten zu können.
Wer sich an Veilchen wagt, wird manche Ueberraschung erleben. Farb und Ortswechsel sind ein Beispiel davon. Nachdem ich etwas enttäuscht sein Verschwinden entdeckte und mir Gedanken machte, was ich wohl falsch gemacht haben sollte, fand ich ein Veilchen ein Jahr später wieder 10 Meter weiter unten im Garten. Uebrigens ist seine Urfarbe ein zartes Violett.
Kusamono bringt Ruhe und innerlichen Reichtum ins Leben, ist jedoch auch mit manchen Ausfällen und Rückschlägen verbunden. Vielmals sind plötzliche Ausfälle nicht mal die Schuld des Züchters. Wer nur Erfolg haben will, sich von Ausfällen zu sehr enttäuschen lässt oder in der Gesellschaft draussen sehr viel unterwegs sein muss, also beinahe keine Zeit übrig hat, sollte dieses wunderbare Hobby nicht ausweiten. Ich selbst würde es nie mehr missen wollen.
Bemerkung des Verfassers: Bilder stehen nicht in Uebereinstimmung mit dem Text Bei Aenderungswünschen im Bericht oder Textkorrekturen wenden Sie sich bitte an Alfredo Pietro mit Klick auf Kontakt
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